Innovationsstiftung Schleswig-Holstein

Rettungsringe für den Golfstrom? Kieler Forscher fanden Erstaunliches über Meeresströmungen südlich von Afrika heraus

Veröffentlicht: 12.01.2010

Der Golfstrom sorgt für mildes Klima in Nordeuropa. Experten befürchten, dass seine Stärke durch den Klimawandel abnehmen wird. Wissenschaftler vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR und der Universität Kapstadt haben jetzt Überraschendes entdeckt. Sie fanden heraus, dass Meeresströmungen südlich von Afrika vermehrt salzreiches Wasser in den Atlantik transportieren -und damit möglicherweise helfen, den Golfstrom zu stabilisieren.

Der Agulhasstrom fließt im Indischen Ozean entlang der südafrikanischen Küste. Südwestlich von Kapstadt voll zieht er eine abrupte Wende. Dabei schnüren sich alle drei bis vier Monate mächtige Wirbel von mehreren 100 Kilometern Durchmesser vom Hauptstrom ab. Diese Agulhasringe bringen warmes und salzreiches Wasser in den Atlantik. Die Analyse von Beobachtungsdaten und Computermodellen zeige, dass sich dieser Prozess als Teil des Klimawandels verstärkt hat, sagt Dr. Arne Biastoch vom IFM-GEOMAR, Hauptautor einer neuen Studie. Als Grund nennen die Forscher eine Verlagerung westlicher Winde im südlichen Ozean. Dadurch habe sich der Korridor für einströmendes Wassers südlich von Afrika verbreitert.

www.ifm-geomar.de

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