Straßen in neuem Licht
Veröffentlicht: 10.09.2009
Für Städte und Gemeinden ist das Betreiben und Warten der Straßenbeleuchtung oft teuer. Mehr als 35 Prozent der deutschen Straßenlaternen sind älter als 20 Jahre. Energieverbrauch und Kosten lassen sich durch effiziente Leuchtmittel und modere Beleuchtungssysteme senken.
Auch für Schleswig-Holsteins Kommunen ist das Thema effiziente Straßenbeleuchtung ein Dauerbrenner. Dies zeigen die in der EnergieOlympiade seit 2007 eingereichten Wettbewerbsbeiträge. So hat das Amt Viöl im Jahr 2008 mit einem Ämter übergreifenden Gemeinschaftsprojekt zum praktischen Einsatz von LED-Straßenleuchten im ländlichen Raum einen Preis gewonnen.
Mehr Licht mit weniger Strom - so könnte die Parole für die öffentliche Beleuchtung in Deutschland lauten. Hierzulande werden nach Angaben des Bundesumweltministeriums jährlich rund drei bis vier Milliarden Kilowattstunden für die Straßenbeleuchtung verbraucht. Das entspricht dem Stromverbrauch von 1,2 Millionen Haushalten und einer Klimabelastung von mehr als zwei Millionen Tonnen CO2. Das Problem: Rund 35 Prozent der Straßenbeleuchtung sind 20 Jahre alt und älter. Viel Geld und CO2 könnten durch Umstellung auf moderne Systeme eingespart werden.
LEDs gelten als äußerst effizient, da sie kaum Wärme abgeben und demzufolge wenig Strom benötigen. Bei der LED-Technik wird das Licht mit Hilfe eines Halbleiterkristalls erzeugt. Während die Beleuchtung von Straßen mit Leuchtdioden noch in der Erprobungsphase steckt und entsprechend teuer ist, gibt es längst auch Neuerungen bei den so genannten Gasentladungslampen.
Solche Lampen erzeugen Licht nicht wie Glühlampen durch hohe Temperaturen, sondern durch Stromfluss in Gasen (Gasentladung). Seit Mitte der sechziger Jahre haben Kommunen Quecksilber-Hochdruckdampflampen für die Straßenbeleuchtung eingesetzt. Ihre Lichtausbeute ist mit 30 bis 60 Lumen pro Watt aus heutiger Sicht äußerst gering. Lumen ist die Einheit der Lichtleistung, Watt die Einheit der elektrischen Leistung. Nach Angaben von Experten sind Quecksilber-Hochdruckdampflampen trotz ihrer Ineffizienz noch das hierzulande am häufigsten vorzufindende Leuchtmittel im Bereich der Straßenbeleuchtung.
Auf eine doppelte bis dreifache Ausnutzung der Energie kommen Natriumdampf-Hochdrucklampen. Sie sind der bei Sanierungen am häufigsten verwendete Typ. Bei der Gasentladung von Dampf des Elementes Natrium kommt es zu einer Emission von praktisch monochromatischem Licht. Die gelbliche Lichtfarbe wird von manchen als nachteilig empfunden, durch Zugabe zum Beispiel von Xenon lässt sich heute jedoch die Farbwiedergabe verbessern.
Auch Halogenmetalldampflampen sind Quecksilber-Hochdrucklampen in Punkto Lichtausbeute und Farbwiedergabe hoch überlegen. Durch Veränderungen an den Entladungsgefäßen konnten Hersteller zuletzt die Lebensdauer dieser Lampen deutlich steigern. Dennoch sind die Halogenmetalldampflampen in der Regel schneller kaputt als Natriumdampf-Hochdrucklampen. Zudem sind sie in der Anschaffung meist teurer. Eher für Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen als für die Straßenausleuchtung sind Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) geeignet.
Die Gesamteffizienz der Straßenbeleuchtung hängt wesentlich, aber längst nicht nur vom Einsatz wirtschaftlicher und langlebiger Leuchtmittel ab. Großen Einfluss hat beispielsweise auch der Wirkungsgrad der Vorschaltgeräte, die bei Gasentladungs- und Leuchtstofflampen zwingend zur Strombegrenzung erforderlich sind. Ältere Vorschaltgeräte sollten durch effizientere, elektronische Vorschaltgeräte ersetzt werden. Geschickte Lichtlenkung, der clevere Einsatz von Reflektoren und die Optimierung von Lichtpunkthöhen sind weitere Aspekte, die für eine nachhaltige und kostengünstige Straßenbeleuchtung relevant sind. Moderne Steuerungssysteme helfen zudem dabei, dass die Straßenbeleuchtung bedarfsgerecht dem Verkehrsaufkommen und der Witterung angepasst werden und computergestützt kontrolliert werden kann.
30 bis 50 Prozent des kommunalen Stromverbrauchs sind heute der Straßenbeleuchtung zuzuordnen. Nicht zuletzt deshalb hatte das Bundesumweltministerium einen Wettbewerb zur energieeffizienten Stadtbeleuchtung ausgeschrieben, in dessen Folge jetzt eine Sammlung energieeffizienter Techniken entstanden ist. Sie soll als Informationsgrundlage die Kommunen bei der Auswahl der Beleuchtungssysteme unterstützen.
Sammlung energieeffizienter Techniken für die Stadtbeleuchtung (3,18 MB)

