Innovationsstiftung Schleswig-Holstein

ISH-Vorstand Block schlägt neuen Innovationsfonds für angewandte Agrar- und Ernährungsforschung vor

Veröffentlicht: 15.07.2009

Rund 8 Milliarden Euro fließen bis 2013 aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) nach Deutschland. Daraus wird eine Vielzahl von agrar-, umwelt- und regionalpolitischen Maßnahmen finanziert - von Beratungsdiensten über Aufforstung und Beihilfen bis zur Förderung der Dorferneuerung und des Tourismus. Künftig sollten aus diesem großen Topf 100 Mio. Euro pro Jahr für die Forschungs- und Innovationsförderung in der Agrar-, Fischerei-, Forst- und Ernährungswirtschaft verwendet werden. Dies hat jetzt der Vorstand der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Hans-Jürgen Block, vorgeschlagen. Nach seiner Vorstellung könnten sich um die Mittel aus diesem „Innovationsfonds“ Hochschulen, Forschungsinstitute, Versuchs- und Beratungsorganisationen und Unternehmen in einem bundesweiten Wettbewerb bewerben. Die finanzielle Beteiligung eines Unternehmens an dem Innovationsprojekt müsse dabei nachgewiesen werden.

 

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan, Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages, unterstützt Blocks Vorschlag. „Aus einem Liter Milch wird in Italien eine doppelt so hohe Wertschöpfung erzielt wie bei uns - und auch die Dänen machen dank innovativer Produkte mehr aus den agrarischen Rohstoffen“, sagte die Agrarpolitikerin nach einem Gespräch mit Block am 14. Juli in Kiel. Frau Happach-Kasan hatte sich bei der Reform der Agrarressortforschung in besonderer Weise für die angewandte Milch- und Ernährungsforschung am Standort Kiel engagiert. In der Agrarforschung sei Clusterbildung unbedingt notwendig. Beispielhaft nannte Happach-Kasan Aquakultur, Milchforschung, Biomassenutzung und Lebensmitteltechnologie. Die Relevanz der Agrarforschung sei gerade in Anbetracht des zunehmenden Anteils älterer Menschen in der Gesellschaft und gesundheitlicher Herausforderungen wie Osteoporose, Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten unbestritten.  

 

Im Vergleich zu Nachbarländern wie Dänemark, Niederlande und Frankreich werde in Deutschland zu wenig in angewandte Forschung und Entwicklung für den ländlichen Raum  investiert, so Block. Eine nachhaltige Förderung des ländlichen Raumes sollte stärker auf Innovationen setzen. Es gehe darum, das Gleichgewicht zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung nicht zu verlieren. Der Staat ziehe sich aus der Finanzierung der angewandten Agrar- und Ernährungsforschung tendenziell zurück. Durch Instrumente wie die Exzellenzinitiative oder den Pakt für Forschung würden die in der Wissenschaft immanent vorhandenen Präferenzen für die Grundlagenforschung gestärkt.

 

Für das Management des „Innovationsfonds“ könnte eine Stiftung, vergleichbar mit der Stiftung Milchforschung in Dänemark, gegründet werden. Träger der Stiftung könnten Firmen und Verbände des Sektors sein, führte Block weiter aus.